Meister Vogel kann Ihnen im Schlaf sagen, was ein Schreibtisch kostet — Holz, Schrauben, Lack, sechs Stunden an der Werkbank. Was er vorher nicht sagen konnte: was er letzten Dienstag gekostet hat, nachdem der Eichenpreis sich bewegt hatte und der Verschnitt aus dem Schrankauftrag die Ausbeute veränderte. Genau diese Zahl ist das ganze Geschäft.
Golden Inventory kam als Fertigungs-Modus: Fertigungsaufträge statt „Arbeitsaufträge“, Material & Baugruppen statt einer flachen Artikelliste — und ein Dashboard, das mit Ware in Arbeit, Materialengpässen und Nachbestellwarnungen beginnt.
07:00 — das Holz kommt
Vier Kubikmeter Eiche stehen an der Rampe. Ein Wareneingangsbeleg — und die Einheiten tun das, was Werkstätten wirklich tun: im m³ einkaufen, im Laufmeter verbrauchen. Der Bestandsbildschirm zeigt Laufmeter; darunter speichert das Journal die Bewegungen in der Basiseinheit. Keine Umrechnungstabellen, kein „waren das vierzig Bretter oder vierhundert?“.
08:00 — fünf Tische, ein Fertigungsauftrag
Der Lauf für fünf Eichentische ist ein Fertigungsauftrag gegen die Stückliste: zwölf Laufmeter Eiche pro Tisch bei 92 % Ausbeute — die Ausbeute erhöht den Bedarf, denn der Verschnitt gehört zum Rezept — plus Schrauben, Lack und sechs Stunden Arbeit. „Aus Stückliste füllen“ schreibt die Positionen; das Engpass-Widget im Dashboard meldet den Lack, bevor die Werkstatt mit der ersten Platte halb fertig ist.
09:30 — das Angebot für den Sonderschrank
Das Architekturbüro möchte einen Schreibtisch mit Rollcontainer. Das Angebot kopiert die Stücklistenpositionen, ergänzt vierzehn Stunden Arbeit zum Werkstattsatz und benennt den Mitarbeiter — das Angebot ist ein kalkulierter Beleg, keine Schätzung auf einer Serviette. Nimmt der Kunde acht von zehn Positionen an, werden nur diese umgewandelt.
12:00 — der Lauf ist fertig
Die Freigabe des Fertigungsauftrags verbraucht die Komponenten und bucht die Baugruppen in einem Vorgang ins Fertigwarenlager — zu gleitenden Durchschnittskosten, in denen das ausbeutebereinigte Holz und die Arbeitszeit bereits stecken. Die Spanne zwischen Ladenpreis und Herstellkosten ist eine Berichtszeile, keine Jahresübung.
14:00 — der Rest des Tages
Zwei Schreibtische werden dem Möbelhaus mit 30 Tagen Ziel berechnet; der Forderungsbildschirm verfolgt den Saldo. Um 15:00 kauft ein Laufkunde ein Bücherregal aus der Ausstellung — der Verkauf bucht die Komponenten rückwärts aus dem Rohmaterial aus, sobald der Beleg druckt, damit der Bestand in der Werkstatt immer stimmt. Eine Rezeptänderung (andere Schraube in einer Position) wird als neue Stückliste für den nächsten Lauf gespeichert. Und um 16:00 macht der Nachbestell-Lauf aus unterschrittenen Rohstoffen Bestellvorschläge.
17:00 — was die Woche gebracht hat
Die Fertigungsberichte schließen den Kreis: Aufträge in Arbeit, Herstellkosten gegen Listenpreis, Marge je Produkt. Wenn der Monat endet, sind die Fragen des Steuerberaters bereits beantwortet — weil jeder Schreibtisch, der das Haus verlassen hat, seine echten Kosten mitgenommen hat.